Nachbarschaft · Baden-Württemberg
Als der Laden schloss, machten sie ihn einfach selbst auf
Ein 600-Seelen-Ort verlor sein letztes Geschäft. Heute gehört es allen — und ist sonntags der vollste Ort im Dorf.
Eine Genossenschaft auf der Schwäbischen Alb · Redaktion · 5 Min. Lesezeit
Es begann mit einem Zettel am schwarzen Brett. Kein Wutbürger-Brief, keine Petition an irgendein Ministerium, das ohnehin nicht antworten würde. Nur eine Frage: Wer macht mit?
Innerhalb von drei Wochen hatten 140 Haushalte je einen Anteil gezeichnet. Nicht, weil sie reich waren — die meisten nicht. Sondern weil ein Dorf ohne Laden ein Dorf ist, in dem man sich nicht mehr zufällig trifft.
Heute steht hinter der Theke jeden Tag ein anderer. Die pensionierte Lehrerin, der Azubi aus dem Nachbarort, einmal die Woche sogar der Bürgermeister. Es ist kein Geschäft, das nebenbei Gemeinschaft stiftet. Es ist Gemeinschaft, die nebenbei Brot verkauft.
Das ist die unspektakulärste Erfolgsgeschichte, die man sich vorstellen kann. Und vielleicht genau deshalb die, die zählt.