Natur · Nordrhein-Westfalen

Auf dieser Zeche wächst seit 1996 ein Wald — ganz von allein

Wo in Gelsenkirchen bis in die 1930er Kohle gefördert wurde, ließ man die Natur einfach machen. Heute ist die Brache ein 36 Hektar großer Industriewald mit eigener Forststation — und ein Hotspot der Artenvielfalt mitten im Ruhrgebiet.

Der Industriewald Rheinelbe in Gelsenkirchen · Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Die Idee war fast provozierend einfach: nichts tun. 1996 startete auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen ein Projekt der Internationalen Bauausstellung Emscherpark — Industriebrachen sollten nicht bebaut oder aufwendig begrünt werden, sondern durch natürliche Sukzession von selbst zu Wald werden.

Es hat funktioniert. Heute umfasst der Industriewald Rheinelbe 36 Hektar, betreut vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Auf dem alten Zechengelände sitzt die Forststation Rheinelbe, deren Leiter Oliver Balke sagt: „Industriewälder sind im Kernbereich des größten deutschen Ballungsraumes mit 5 Millionen Menschen wertvolle Freiflächen.“ Rund 3.300 Umweltbildungsveranstaltungen mit insgesamt 100.000 Besuchern haben hier seit Projektbeginn stattgefunden.

Zwischen den Bäumen leben inzwischen seltene Arten wie die Geburtshelferkröte; das Projekt wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. NRW-Ministerin Silke Gorißen nannte den Wald einen „Hotspot der Biodiversität“ im größten Ballungsgebiet des Landes.

Das Ruhrgebiet hat sich schon mehrfach neu erfunden. Diese Erfindung ist die grünste — und sie bestand vor allem darin, der Natur nicht im Weg zu stehen.

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